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Was ist Fairer Handel?    Definition  
 

Der Faire Handel - eine Definition

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen - insbesondere in den Ländern des Südens - leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.
Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit VerbraucherInnen ) für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung, sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels. (Definition der internationalen Netzwerke des Fairen Handels FINE)

Was ist der Faire Handel?

Hilfe und Fairer Handel - beides ist erforderlich, um Armut zu bekämpfen und mehr Gerechtigkeit in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Nord und Süd herzustellen. Durch Fairen Handel kann Armut bekämpft werden und er dient dem Aufbau gerechterer Handelsstrukturen. Er ersetzt aber nicht die staatlichen Entwicklungsgelder, die an Entwicklungsländer fließen und erst recht nicht die humanitären Nothilfeprogramme von Nichtregierungs-Organisationen.
Fairer Handel ist ein zusätzliches Instrument für Entwicklungsförderung und mehr Gerechtigkeit. Er ist eine breite Bewegung aus ProduzentInnen, Exporteuren, Importeuren, Siegelorganisationen, Weltläden, ehrenamtlichen HelferInnen und VerbraucherInnen, die verantwortlich denken und handeln.
Die Akteure sind in verschiedenen Netzwerken organisiert, die die gleichen Ziele verfolgen.

Die Akteure im Fairen Handel

Die Fair Handels-Importeure
Sie kaufen Lebensmittel und Handwerksartikel zu fairen Bedingungen von benachteiligten ProduzentInnen-Gruppen im Süden und vertreiben diese in Deutschland.
Der größte Fair Handels-Importeur Europas ist die GEPA - The Fair Trade Company http://www.gepa.de/  .

 


 

Weltläden - Fachgeschäfte für Fairen Handel

  weltladen

In den rund 800 Weltläden in Deutschland gibt es ein attraktives, breit gefächertes Sortiment fair gehandelter Produkte. Darüber hinaus leisten Weltläden Informations- und Kampagnenarbeit für einen gerechteren Welthandel.
www.weltladen.de 

 


 

TRANSFAIR e.V. - Siegel für Fairen Handel

transfair


Als unabhängige Initiative handelt TRANSFAIR nicht selbst mit Waren, sondern vergibt ein Siegel für fair gehandelte Produkte. Zu den Aufgaben gehören die Kontrolle der fairen Handelsbeziehungen, das Siegel-Marketing, die Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Neben den Fair Handels-Importeuren können auch konventionelle Unternehmen ihre Produkte mit dem Siegel kennzeichnen, wenn diese zu fairen Handelsbedingungen eingekauft wurden.

www.transfair.org 

 


 

Forum Fairer Handel
Das Forum Fairer Handel ist das Netzwerk der Organisationen und Akteure des Fairen Handels in Deutschland. Ziel ist es, gemeinsame Forderungen gegenüber Politik und Handel durchzusetzen und eine stärkere Ausweitung des Fairen Handels zu erreichen.

www.forum-fairer-handel.de 

 

Ziele des Fairen Handels?

Partnerförderung
Handel wird als eine Partnerschaft gesehen, die auf Dialog, Transparenz und Respekt basiert und von der beide Seiten profitieren.

Fairer Handel ist eine Handelsbeziehung zwischen gleichberechtigten HandelspartnerInnen. Beide HandelspartnerInnen vertreten dieselben Grundsätze und verfolgen die gleichen entwicklungspolitischen Ziele:

  • die Lebenssituation benachteiligter ProduzentInnen (Kleinbauern und HandwerkerInnen), Fabrik- und PlantagenarbeiterInnen in der Dritten Welt zu verbessern und ihnen zu wirtschaftlicher Sicherheit und Unabhängigkeit zu verhelfen;
  • ProduzentInnen und ArbeiterInnen darin zu bestärken, ihre Interessen in ihren jeweiligen Organisationen zu vertreten;
  • Im Welthandel benachteiligte Gruppierungen zu befähigen, auf globaler Ebene eine aktive Rolle zu spielen um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.
kaffeeverarbeitung
Kaffeebauer beim Verarbeiten des Rohkaffees

Partnerförderung konkret
Fair-Handelshäuser beraten ihre HandelspartnerInnen bei der Produktverbesserung und Produktentwicklung im Rahmen ihrer Handelstätigkeit. Im Dialog über die entwicklungspolitischen Ziele und in den Verhandlungen über wirtschaftliche Vereinbarungen begegnen die PartnerInnen einander mit Respekt und berücksichtigen unterschiedliche Kulturen und Rollen. Die Kommunikation ist offen, Finanzen und Organisationstruktur werden transparent dargestellt. Die PartnerInnen handeln verantwortlich. Konflikte werden in Gesprächen und Schiedsverfahren gelöst.

Bessere Handelsbedingungen
Die konventionellen Handelsbedingungen zwischen Lieferanten im Süden und den Importeuren im Norden entstehen durch Verhandlungen von ungleichen HandelspartnerInnen. Aufgrund des Überangebotes von Produkten vieler „schwacher" AnbieterInnen aus dem Süden bestimmen die „starken" kaufkräftigen Importeure aus dem Norden einseitig die Handelsbedingungen. Die vereinbarten Preise und die Auflagen verhindern häufig die Zahlung fairer Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für die ProduzentInnen, sowie einen verantwortlichen Umgang mit der Umwelt.
Durch Handel zu fairen Bedingungen sollen Löhne und Arbeitsbedingungen der ProduzentInnen in den Ländern des Südens verbessert und Entwicklungsprozesse gefördert werden.

Verbesserung der Handelsbedingungen konkret:


kaffee
Genuss pur – Wein und Schokolade der GEPA

 

 


  • Der Import von Lebensmitteln, Handwerks- und halbindustriellen Produkten aus den Ländern des Südens erfolgt durch Unternehmen wie z.B. GEPA - The Fair Trade Company. Sie zahlt für diese Produkte faire Preise. Diese werden nicht durch die Wettbewerbssituation von Angebot und Nachfrage geregelt, sondern orientieren sich an regionalen und lokalen Maßstäben. Sie sollen nicht nur die realen Produktionskosten abdecken, sondern auch eine sozial und ökologisch verantwortliche Produktion ermöglichen. Langfristige Handelsbeziehungen werden angestrebt, damit die HandelspartnerInnen Entwicklungsschritte planen und umsetzen können.
    Hinzu kommen als Importeure eine Reihe kommerzieller Anbieter, die teilweise Fair-Trade - Prinzipien berücksichtigen. Dazu gehören Unternehmen, die entweder einen Teil ihrer Produkte mit dem TRANSFAIR-Siegel versehen lassen oder die unter dem Begriff „fair" individuelle Maßstäbe anlegen.
  • Der Verkauf der Produkte erfolgt in erster Linie durch Weltläden und entwicklungspolitische Aktionsgruppen, in denen sich viele ehrenamtliche HelferInnen engagieren. Zunehmend arbeiten Weltläden aber auch mit hauptamtlichen Kräften.
  • Seit einigen Jahren werden fair gehandelte Produkte im kommerziellen Handel verkauft, wofür die unabhängige Siegelinitiative „TRANSFAIR Deutschland e.V." wirbt. Ihr Siegel garantiert den KonsumentInnen, dass bei der Herstellung und beim Einkauf von Kaffee, Tee, Honig, Orangensaft, Kakao, Zucker, Wein und Bananen faire Mindeststandards eingehalten werden.

Sicherung und Verbesserung der Rechte von ProduzentInnen und ArbeiterInnen
Grundrechte der ProduzentInnen und ArbeiterInnen sind in der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen und in den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) festgelegt. Weitere Rechte regeln in den meisten Ländern nationale Gesetze. Die Existenz dieser formalen Rechte sagt allerdings noch nichts darüber aus, inwieweit diese Rechte auch eingehalten werden oder eingeklagt werden können.
Im Fairen Handel ist die Einhaltung der Rechte der ProduzentInnen und ArbeiterInnen die Minimalforderung für die Aufnahme von Handelsbeziehungen.

Sicherung der ProduzentInnenrechte konkret
Im Fairen Handel verpflichten sich die HandelspartnerInnen zur Einhaltung der ProduzentInnenrechte nach gültiger Rechtssprechung und darüber hinaus zur Zahlung fairer Löhne und zur Bereitstellung sozial verantwortbarer, sicherer und gesunder Arbeitsplätze. Faire Löhne orientieren sich an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten.

Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit
Der Faire Handel will die Regeln und die Praxis des konventionellen Welthandels verändern. Durch das Aufdecken und Veröffentlichen von Missständen und Fehlentwicklungen in Politik und Handel sollen Firmen dazu gebracht werden, ihr Verhalten zu verbessern.
Die VerbraucherInnen sollen dafür gewonnen werden, fair gehandelte und ökologisch hergestellte Produkte zu kaufen, um so einen aktiven Beitrag zu gerechter Weltpolitik zu leisten.

Bewusstseinsbildung und Kampagnenarbeit konkret:
  • Der Weltladen-Dachverband, die kirchlichen Jugendverbände, die Fair-Handelshäuser, aber auch Initiativen wie FIAN, Germanwatch, BUKO u.a. organisieren Kampagnen zu aktuellen Handelsthemen. Politiker und Führungskräfte der Wirtschaft werden durch öffentliches Aufzeigen der Missstände im Handel und durch glaubwürdiges Eintreten für sinnvolle Alternativen gefordert, die Praxis und die Regeln des konventionellen Handels zu verändern.
  • Die European Fair Trade Association (EFTA), mit GEPA - The Fair Trade Company als deutschem Mitglied, betreibt Lobbyarbeit in Brüssel bei der EU. Die Politiker/innen sollen durch Information, Dialog und konstruktive Vorschläge beeinflusst werden, bessere Rahmenbedingungen für einen gerechteren Handel zu schaffen.
  • Die Fair-Handelshäuser erstellen Informationsmaterialien mit Informationen über die Situation der HandelspartnerInnen und über die Produkte. Sie erstellen auch Bildungsmaterialien, um durch Informations-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit die VerbraucherInnen über die Situation der ProduzentInnen im Süden und über die ungerechten Handelsbedingungen zwischen Nord und Süd aufzuklären und sie für ein verantwortliches Kaufverhalten zu gewinnen.
  • Weltläden und Aktionsgruppen organisieren vielfältige lokale Bildungsveranstaltungen.
  • Viele Akteure im Fairen Handel veranstalten jährlich im September die Faire Woche. Über 1.000 Veranstaltungen in den Verkaufsorten von fair gehandelten Produkten finden in der Zeit statt, um die KonsumentInnen auf den Fairen Handel aufmerksam zu machen.

fairwoche

Nachhaltige Entwicklung

Fairer Handel zielt auf langfristige Verbesserungen der wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten der ProduzentInnen sowie auf umweltfreundliche Produktionsmethoden zum Schutz der Ressourcen und der Umwelt.

Förderung nachhaltiger Entwicklung konkret
Die Importorganisationen wie z.B. GEPA - The Fair Trade Company fördern die ProduzentInnen durch Maßnahmen, die ihre Anstrengungen zur Eigenständigkeit unterstützen und ihnen mehr Optionen zur Gestaltung ihrer Zukunft eröffnen. Dazu gehören vor allen Dingen Maßnahmen zur Aus-, Fort- und Weiterbildung - insbesondere für Frauen. Bei Kleinbauern und HandwerkerInnen wird die Fortbildung in Organisation, Administration und produktionsrelevanten Bereichen gefördert. Bei den ArbeiterInnen in Fabriken und Plantagen geht es um Maßnahmen, die ihre Eigenverantwortlichkeit stärken und ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen ermöglichen.
Umweltfreundliche Produktionsmethoden werden gefördert. Dies beinhaltet verantwortungsvolles Beschaffen der Rohstoffe sowie Beachtung ökologischer Prinzipien beim Anbau und bei Lagerung, Verarbeitung und Transport der Produkte.




Weltladen-Umzug in Langenzenn

Nur wer sich fairändert, bleibt sich treu


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Unternehmen Weltladen ist ein Angebot der GEPA - The Fair Trade Company für Weltladen-Gründung


In Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband e.V. und öko-sozial-marketing.