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Was ist Fairer Handel?    Das Beispiel GEPA  
 

Der Faire Handel - am Beispiel GEPA - The Fair Trade Company:

Unter den verschiedenen Fair-Handelshäusern, die Waren aus der Dritten Welt nach Europa importieren, ist die GEPA - The Fair Trade Company das größte und älteste Unternehmen in Deutschland. Am Beispiel der GEPA - The Fair Trade Company soll die Vorgehensweise des Fairen Handels nochmals dargestellt werden.

Warum es die GEPA - The Fair Trade Company gibt
Die GEPA - „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt" - wurde am 14. Mai 1975 mit dem Ziel gegründet, durch die Zahlung fairer Preise für Produkte aus der sog. Dritten Welt mehr Gerechtigkeit in den Welthandel zu bekommen. Die Initiatoren sahen darin nicht einen Akt des Mitleids, sondern vielmehr einen Akt der Vernunft. Denn Welthandelsstrukturen, die der weiteren Verarmung in den Ländern der Dritten Welt eher förderlich sind, die die dortigen kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse ignorieren, die dafür sorgen, dass parallel zum wirtschaftlichen Ungleichgewicht auch die Ökologie weltweit aus den Fugen gerät, können nicht vernünftig sein - auch für uns nicht!
Die GEPA - The Fair Trade Company will hierzu ein Gegengewicht schaffen und durch den fairen Handel attraktiv sein für alle Menschen, die genau so denken.
Die Besonderheit der GEPA - The Fair Trade Company als Handelsunternehmen liegt darin, dass sie die Unternehmensform einer GmbH besitzt und nach wirtschaftlichen Prinzipien arbeitet, dabei aber soziale Ziele verfolgt.

tom speck
Tom Speck - Geschäftsführer der GEPA - The Fair Trade Company

Wie alles begann:
Aus Kritik an der staatlichen Entwicklungspolitik organisierten die kirchlichen Jugendverbände aej und BDKJ im Jahr 1970 Protestmärsche mit etwa 30.000 TeilnehmerInnen in 70 Städten der Bundesrepublik Deutschland (sog. Hungermärsche). Ein Jahr später entstand daraus unter dem Leitmotiv „Lernen durch Handel(n)" die Aktion Dritte Welt Handel. (A3WH) Zunächst importierte ein Tochterunternehmen des niederländischen Fair-Handelshauses S.O.S. mit dem Namen „Gesellschaft für Handel mit der Dritten Welt" und mit Sitz in Wuppertal Indio-Kaffee aus Guatemala. 1975 wurde dann als wirtschaftlicher Arm der A3WH die gepa gegründet. A3WH löste sich 1978 auf und übertrug der gepa auch die Aufgabe, Informationsarbeit zu leisten. Lernen und Handeln standen nun gleichgewichtig nebeneinander: „Wandel durch Handel"
In diese Zeit fallen auch die ersten Gründungen von Weltläden, die sich damals meist Dritte Welt-Läden nannten. Sie haben sich als wichtige Basis der ständig wachsenden Bewegung erwiesen.

Die GEPA -Werte

  • Wirtschaftliche Werte (Ökonomie)
    Der Faire Handel der GEPA - The Fair Trade Company will dafür sorgen, dass alle Menschen einen gerechten Anteil am Reichtum unserer Erde bekommen durch
    1. Faire Preise
    2. Produktberatung und -verbesserung
    3. Vermittlung von Know-how
    4. Sicherung und Ausbau der Absatzkanäle
  • Umweltorientierte Werte (Ökologie)
    Der Faire Handel der GEPA - The Fair Trade Company will dafür sorgen, dass unsere Umwelt auch für die kommenden Generationen erhalten bleibt, durch
    1. ökologischen Landbau
    2. Erhalt der Artenvielfalt durch gentechnikfreie Produktion
    3. Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
    Diese ökologischen und ökonomischen Grundsätze sind die Basis für die
  • menschlichen Werte (sozial)
    Der Faire Handel der GEPA - The Fair Trade Company will dafür sorgen, dass Handelsware ein Gesicht bekommt
    1. die ProduzentInnen sind PartnerInnen
    2. demokratische Entscheidungsfindung
    3. Wahrung der Menschenrechte
    4. keine Ausbeutung von Frauen und Kindern
    5. Berücksichtigung und Erhalt der jeweiligen Kultur

Die GEPA Struktur
Die GEPA - The Fair Trade Company mit der Fair-Trade-Beteiligungsgesellschaft steht nicht für sich alleine, sondern ist in das Umfeld seiner Gesellschafter mit Aufsichtsrat und Fair Trade Ausschuss eingebunden. Die GEPA Gesellschafter sind:

  • Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V. der Katholischen Kirche
  • Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej)
  • Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

  • Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland
  • Brot für die Welt

 

Der Fair-Trade-Ausschuss wird von den GEPA-Gesellschaftern benannt. Seine Aufgaben sind:

  • Entwicklung von Kriterien und Zielsetzungen für den fairen Handel bezüglich PartnerInnen, Produkte und Handelsbeziehungen
  • Beratung der GEPA - The Fair Trade Company über Aufnahme und Fortsetzung von HandelspartnerInnen-Beziehungen

Im europäischen und internationalen Kontext engagiert sich die GEPA - The Fair Trade Company in den entsprechenden Dachverbänden von Fair-Handelsorganisationen:

  • EFTA European Fair Trade Association
    Ein Verband von 12 fairen Handelshäusern in 9 europäischen Ländern
  • WFTO - World Fair Trade Organisation
    Weltweite Dachorganisation von 150 alternativen Handels-, ProduzentInnen- und Fair Handels-Organisationen

Der Firmensitz der GEPA - The Fair Trade Company, einschließlich Zentrallager, ist in Wuppertal

Die Vertriebswege der GEPA - The Fair Trade Company

Die GEPA - The Fair Trade Company vermarktet ihre Waren auf vier Vertriebswegen.

Weltläden, Aktionsgruppen, Naturkost:
15 Regionalvertriebszentren versorgen 800 Weltläden und ca.4000 Aktionsgruppen mit Ware und Information.

Großverbraucher
Kunden im Vertrieb Großverbraucher sind vor allem Firmenkantinen, Tagungshäuser, Stundentenwerke, Gastronomie und Institutionen. Überwiegend geht es in diesem Bereich um fair gehandelten Kaffee.

Lebensmitteleinzelhandel
Für fair gehandelte Produkte aus den Ländern des Südens wurden durch die Einführung des Trans-Fair-Siegels 1993 neben den Weltläden kommerzielle Vermarktungswege erschlossen. In den Supermärkten sind GEPA -Produkte ein wichtiger Schritt zu einer flächendeckenden Versorgung mit fair gehandelten hochwertigen Produkten. Besonders die Bio-Produkte finden hier großen Anklang.

Ausland
Der Vertrieb an befreundete Fair-Handelsorganisationen im westeuropäischen Ausland (überwiegend Mitglieder der EFTA) ist inzwischen ebenfalls zu einem breiten Vertriebszweig geworden.

Perspektiven
Über 35 Jahre nach Gründung der GEPA - The Fair Trade Company zeigt sich, dass Fairer Handel funktionieren kann. Es konnten nicht nur gerechtere Handelsbeziehungen aufgebaut, sondern auch Gewinne erwirtschaftet werden. Die GEPA - The Fair Tade Company reinvestiert ihre Gewinne - im Interesse der PartnerInnen im Süden und im Sinne einer gerechteren Welt.




Weltladen-Umzug in Langenzenn

Nur wer sich fairändert, bleibt sich treu


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Unternehmen Weltladen ist ein Angebot der GEPA - The Fair Trade Company für Weltladen-Gründung


In Kooperation mit dem Weltladen-Dachverband e.V. und öko-sozial-marketing.